Wie lange dauert die Rückbildung des Bauches nach der Schwangerschaft?

Durch eine Schwangerschaft und deren Gewichtszunahme kommt es im Bereich des Bauches zu einer starken Dehnung der Haut.

Kurze Zeit nach der Geburt ist der Schwangerschaftsbauch bereits deutlich kleiner. Er ist aber noch deutlich als gewölbter Bauch erkennbar. Dies ist ganz normal, schließlich vergrößert sich die Gebärmutter während der Schwangerschaft um etwa das 20-fache.

Einige Tage nach Geburt sind die Bauchhaut und die Bauchmuskeln weich und ausgedehnt, ein Bauch ist bereits deutlich weniger sichtbar. Man kann sich dies wie einen Luftballon vorstellen, der stark aufgeblasen wurde und einige Zeit in diesem Zustand verbleibt. Lässt man nun die Luft aus dem Ballon kehrt er nicht in seinen ursprünglichen Zustand zurück, sondern ist ebenso weicher und ausgedehnt.

Die menschliche Haut verhält sich hier deutlich anders als der Gummi des Luftballon. So bildet sich die Haut im Laufe der Zeit wieder deutlich zurück. Auch die Muskulatur zieht sich wieder zusammen. Oft liest man, dass die Schwangerschaft 9 Monate dauert und die Rückbildung ebensolange Zeit in Anspruch nimmt. Dies ist natürlich von Frau zu Frau unterschiedlich und hängt auch von der Figur ab, die die Frau vor ihrer Schwangerschaft hatte. [1]

 

 

Wie verhält sich das Gewicht nach der Schwangerschaft?

Die optimale Gewichtszunahme während einer Schwangerschaft variiert je nach Ursprungs-Body-Mass-Index. Wir gehen im folgenden von einer Frau aus, die während ihrer Schwangerschaft 10-12 kg zugenommen hat.

Durch die Geburt verliert die Frau rund 6 kg: ca. 3,3 kg durch das Kind, 0,6 kg Plazenta, 1 kg Fruchtwasser und etwa 1 kg Schweiß / Flüssigkeit durch die Anstrengung einer Geburt.

In der ersten Zeit nach der Schwangerschaft verliert die Frau weitere 3-4 kg durch die Rückbildung der Gebärmutter, Reduzierung ihres Blutvolumens und Ausscheidung von eingelagertem Gewebewasser. Danach verliert die Frau weiteres Gewicht durch die komplette Rückbildung der Gebärmutter, Einschmelzung von Depotfett und Veränderung des Brustdrüsengewebes. [2]

 

 

Wie komme ich nach der Schwangerschaft wieder in Form?

Der wichtigste Schritt nach der Geburt ist die Rückbildungsgymnastik. Zahlreiche Übungen, die sie auch mit ihrem Kind ausführen können, finden sie in unserer App.

Die Rückbildungsgymnastik dient der Wiederherstellung und Stärkung der Stabilität der Beckenboden- und Bauchmuskulatur. Während der gesamten Trainingszeit sollte man unbedingt auf seinen eigenen Körper hören und diesem genug Ruhezeiten gönnen. Langsam kann sich dann auch wieder an herkömmliche Sportarten heran getastet werden. Gute Sportarten zum Einstieg sind beispielsweise Pilates, Walken, Yoga oder Schwimmen.  Bei Problemen sollte Rücksprache mit einem Arzt oder der betreuenden Hebamme gehalten werden. Natürlich stellt auch der Spaziergang mit dem Kinderwagen einen guten Einstieg dar.

Natürlich stellt auch eine ausgewogene Ernährung einen wichtigen Teil der Rückbildung dar. Regelmäßige Mahlzeiten und gezielte eiweißreiche Ernährung hilft hierbei. Eine Gefahr stellen die nächtlichen Schlafunterbrechungen für Mütter dar, da diese aufgrund ihrer Erschöpfung gerne zu zuckerhaltigen Zwischenmahlzeiten greifen. [1]

Das Stillen des Kindes hilft zudem bei der Rückbildung des Körpers. Beim Stillen wird sehr viel Energie verbraucht. Weiterführende Informationen zum Stillen finden sich z.B. unter Frauenärzte im Netz.

 

[1] Frauenzimmer.de 10.11.2015, http://www.frauenzimmer.de/cms/bauch-nach-der-schwangerschaft-was-koennen-muetter-fuer-die-rueckbildung-tun-1576561.html

[2] Karin Muß, Pharmazeutigsche Zeitung 2012, Ausgabe 40, http://www.pharmazeutische-zeitung.de/?+id=43616

Der Beckenboden

Der Beckenboden ist der Boden der Beckenhöhle. Er besteht aus Muskeln und Bindegewebe, die sich in verschiedenen Schichten gegenseitig überlagern.

Was ist die Beckenhöhle?

Die Beckenhöhle ist ein Teil der Bauchhöhle, die sich im Bereich des Beckens befindet. In der Beckenhöhle befinden sich die Beckenorgane. Hierzu zählen unter anderem der Enddarm, die Harnblase, der Uterus (Gebärmutter), die Vagina und die Eierstöcke. Nach unten (kaudal) wird die Beckenhöhle durch den Beckenboden begrenzt.

Die Muskulatur des Beckenbodens von unten (kaudal)
Die Muskulatur des Beckenbodens von unten (kaudal)

Welche Aufgaben hat der Beckenboden?

Zum einen dient der Beckenboden als Verschluss der Beckenhöhle nach unten. Er stützt und schützt die Beckenorgane. Zum anderen unterstützt der Beckenboden den Verschluss des Enddarms, der Vagina und der Harnröhre. Der Beckenboden erfüllt hierbei drei Hauptfunktionen:

  • Anspannung (dauerhafte Anspannung wichtig für Kontinenzerhaltung)
  • Entspannung (z.B. zum Wasserlassen)
  • Reflektorisches Gegenhalten (z.B. beim Husten oder Niesen nötig, damit kein Urin abgesondert wird)

Wann sollte der Beckenboden trainiert werden?

Vor allem nach Schwangerschaften macht es deutlich Sinn die Beckenbodenmuskulatur gezielt zu trainieren. Mit dem Training kann bereits wenige Tage nach der Geburt begonnen werden. Allerdings sollten die Mütter darauf achten ihren Körper nicht zu sehr zu belasten. Dies gilt im Übrigen auch für Mütter deren Kinder durch einen Kaiserschnitt auf die Welt gekommen sind. Zahlreiche Übungen zum Trainieren des Beckenbodens finden sich in unserer App.

Nicht nur nach der Schwangerschaft kann Beckenbodengymnastik nötig sein. Für viele Frauen ist es sinnvoll während ihrer Wechseljahre (aufgrund von Hormonveränderungen) diesen Bereich zu trainieren. Dadurch kann man Probleme durch Gebärmutterabsenkungen und Inkontinenz gezielt entgegen arbeiten. Auch Männer können diesen Bereich trainieren. Anzuraten ist dies vor allem nach Prostata-Operationen, Potenzproblemen oder Inkontinenzproblemen.

 

Weiterführende Informationen sowie eine genaue Bezeichnung der Muskulatur findet man z.B. unter Dr. Gumpert – Beckenboden