Was passiert, wenn ich keine Rückbildungsgymnastik mache?

Eine genaue Aussage über diese Frage zu treffen ist nicht möglich, da die körperlichen Voraussetzungen und Anlagen jeder Frau unterschiedlich sind. Statistisch gesehen zeigt sich jedoch deutlich, dass Frauen ein höheres Risiko für Harninkontinenz und Gebärmuttersenkungen haben, wenn sie keine Rückbildungsgymnastik durchgeführt haben.

Probleme im zeitlichen Verlauf

Die ersten Symptome müssen hierbei nicht zeitnah nach der Schwangerschaft auftreten. Häufig treten Probleme erst Jahre später in Erscheinung. Insbesondere während der Wechseljahre treten vermehrt Probleme auf. Dies geschieht vor allem durch die hormonellen Umstellungen in dieser Lebensphase.

Zudem zeigen Statistiken, dass Beschwerden mit der Anzahl an Geburten immer weiter zu nehmen. Man kann daher davon ausgehen, dass eine Frau bei ihrer zweiten Schwangerschaft mehr Probleme haben wird als bei ihrer Ersten.

Beschwerden durch einen schwachen Beckenboden

  • Blaseninkontinenz
  • Gebärmuttersenkung
  • Sexuelle Unlust
  • Schmerzen und Druckgefühl im Bereich des Beckens [1]

Sollte der Beckenboden nur nach Schwangerschaften trainiert werden?

Nein. Allerdings wird der Beckenboden durch die Schwangerschaft und durch die Geburt besonders strapaziert. Er benötigt nach einer Schwangerschaft besondere Aufmerksamkeit, um negative Folgen wie Inkontinenz möglichst zu minimieren.

Interessant zu wissen ist: Inkontinenz ist kein Phänomen, dass nur Mütter betrifft. Es gibt eine Studie, die mit rund 150 Nonnen durchgeführt wurde.  Etwa die Hälfte der Nonnen gab an unter Harninkontinenz zu leiden, obwohl sie nie schwanger waren. [2]

Übungen zum Trainieren des Beckenbodens bzw. zur Rückbildungsgymnastik finden sie in unserer App.

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Keine Rückbildungsgymnastik nach einem Kaiserschnitt?

Absolut falsch! Die Schwangerschaft selbst stellt auch ohne die natürliche Geburt eine starke Beanspruchung des Beckenbodens dar. Im Unterschied zur Rückbildungsgymnastik nach einer natürlichen Geburt, sollte nach einem Kaiserschnitt unbedingt Rücksprache mit den behandelnden Personen gehalten werden. Insgesamt ist der Einstiegszeitpunkt zu körperlichen Aktivitäten nach einem Kaiserschnitt später als nach einer natürlichen Geburt. [3]

 

[1] Verena Wiechers, MamaWORKOUT Prä- & Postnatales Training: Ratgeber für sportliche Schwangere und Mütter

[2] Katja Simone, Dissertation in der Medizin, Eberhard Karls Universität Tübingen, Beckenbodentraining bei Belastungsinkontinenz

[3] Eva Becker, Sonderfall: Rückbildung nach dem Kaiserschnitt

Helfen Cremes bei der Rückbildung?

Diese Frage lässt sich relativ leicht mit JA beantworten. Die Haut wurde durch die Schwangerschaft extrem strapaziert und gedehnt. Damit sie wieder in ihre alte Form kommt, kann man sie durch feuchtigkeitsspendende Cremes, Lotions oder Öle unterstützen. Auch das Einmassieren dieser Produkte fördert die Durchblutung der Haut. Dies sorgt dafür, dass die Haut sich besser und schneller zurückbildet. Hierfür können sie natürlich gerne ihren Partner einspannen. Lassen sie sich verwöhnen und genießen sie die Massage. Das leidige Thema der Schwangerschaftsstreifen wird im letzten Abschnitt näher beleuchtet.

Sind teure Cremes besser als günstige?

Besser sind diese wohl in aller erster Linie für den Geldbeutel des Herstellers. Zahlreiche Tests wie haben gezeigt, dass es keine verbesserte Wirkung durch teurere Produkte gibt. Letztlich sind die meisten Cremes und Öle geeignet, die der Haut Feuchtigkeit zuführen. Es ist egal in welcher Preisklasse diese liegen. Teure Produkte gegen Schwangerschaftsstreifen zeigen sich in vielen Tests sogar als völlig wirkungslos. [3] Weiteres hierzu im nächsten Abschnitt.

 

Was hilft gegen Schwangerschaftsstreifen?

„Gegen unschöne Schwangerschaftsstreifen hilft tatsächlich nichts, schon gar nicht vorbeugend” (Hautarzt Josef Pilz bei Stylebook). Durch starke Gewichtszunahme oder Veranlagung der Frau kommt es während der Schwangerschaft zum Einreißen des Bindegewebes. Es enstehen Narben im Unterhautfettgewebe – die sogenannten Schwangerschaftsstreifen.  Cremes und Öle helfen laut Dr. med. Josef Pilz nicht, auch nicht vorbeugend. [4]  Die einzige Möglichkeit gegen diese, sind eine maßvolle Gewichtszunahme und eine ausgewogene und gesunde Ernährung. Die Schwangerschaftsstreifen stellen letzten Endes kein gesundheitliches Problem dar. Sie sind lediglich eine äußere kosmetische Erscheinung, die im Laufe der Zeit verblasst. [5]

 

Unsere App zum Thema Rückbildungsgymnastik kann unter folgendem Link gedownloaded werden:

 

[1] Artikel zur Hautpflege im Focus

[2] Die Welt: Teure Cremes vs. Discounter Cremes

[3] Ökotest

[4] Dehnungsstreifen bei Topmodels

[5] Vorbeugung von Dehnungsstreifen

 

Wie lange dauert die Rückbildung des Bauches nach der Schwangerschaft?

Durch eine Schwangerschaft und deren Gewichtszunahme kommt es im Bereich des Bauches zu einer starken Dehnung der Haut.

Kurze Zeit nach der Geburt ist der Schwangerschaftsbauch bereits deutlich kleiner. Er ist aber noch deutlich als gewölbter Bauch erkennbar. Dies ist ganz normal, schließlich vergrößert sich die Gebärmutter während der Schwangerschaft um etwa das 20-fache.

Einige Tage nach Geburt sind die Bauchhaut und die Bauchmuskeln weich und ausgedehnt, ein Bauch ist bereits deutlich weniger sichtbar. Man kann sich dies wie einen Luftballon vorstellen, der stark aufgeblasen wurde und einige Zeit in diesem Zustand verbleibt. Lässt man nun die Luft aus dem Ballon kehrt er nicht in seinen ursprünglichen Zustand zurück, sondern ist ebenso weicher und ausgedehnt.

Die menschliche Haut verhält sich hier deutlich anders als der Gummi des Luftballon. So bildet sich die Haut im Laufe der Zeit wieder deutlich zurück. Auch die Muskulatur zieht sich wieder zusammen. Oft liest man, dass die Schwangerschaft 9 Monate dauert und die Rückbildung ebensolange Zeit in Anspruch nimmt. Dies ist natürlich von Frau zu Frau unterschiedlich und hängt auch von der Figur ab, die die Frau vor ihrer Schwangerschaft hatte. [1]

 

 

Wie verhält sich das Gewicht nach der Schwangerschaft?

Die optimale Gewichtszunahme während einer Schwangerschaft variiert je nach Ursprungs-Body-Mass-Index. Wir gehen im folgenden von einer Frau aus, die während ihrer Schwangerschaft 10-12 kg zugenommen hat.

Durch die Geburt verliert die Frau rund 6 kg: ca. 3,3 kg durch das Kind, 0,6 kg Plazenta, 1 kg Fruchtwasser und etwa 1 kg Schweiß / Flüssigkeit durch die Anstrengung einer Geburt.

In der ersten Zeit nach der Schwangerschaft verliert die Frau weitere 3-4 kg durch die Rückbildung der Gebärmutter, Reduzierung ihres Blutvolumens und Ausscheidung von eingelagertem Gewebewasser. Danach verliert die Frau weiteres Gewicht durch die komplette Rückbildung der Gebärmutter, Einschmelzung von Depotfett und Veränderung des Brustdrüsengewebes. [2]

 

 

Wie komme ich nach der Schwangerschaft wieder in Form?

Der wichtigste Schritt nach der Geburt ist die Rückbildungsgymnastik. Zahlreiche Übungen, die sie auch mit ihrem Kind ausführen können, finden sie in unserer App.

Die Rückbildungsgymnastik dient der Wiederherstellung und Stärkung der Stabilität der Beckenboden- und Bauchmuskulatur. Während der gesamten Trainingszeit sollte man unbedingt auf seinen eigenen Körper hören und diesem genug Ruhezeiten gönnen. Langsam kann sich dann auch wieder an herkömmliche Sportarten heran getastet werden. Gute Sportarten zum Einstieg sind beispielsweise Pilates, Walken, Yoga oder Schwimmen.  Bei Problemen sollte Rücksprache mit einem Arzt oder der betreuenden Hebamme gehalten werden. Natürlich stellt auch der Spaziergang mit dem Kinderwagen einen guten Einstieg dar.

Natürlich stellt auch eine ausgewogene Ernährung einen wichtigen Teil der Rückbildung dar. Regelmäßige Mahlzeiten und gezielte eiweißreiche Ernährung hilft hierbei. Eine Gefahr stellen die nächtlichen Schlafunterbrechungen für Mütter dar, da diese aufgrund ihrer Erschöpfung gerne zu zuckerhaltigen Zwischenmahlzeiten greifen. [1]

Das Stillen des Kindes hilft zudem bei der Rückbildung des Körpers. Beim Stillen wird sehr viel Energie verbraucht. Weiterführende Informationen zum Stillen finden sich z.B. unter Frauenärzte im Netz.

 

[1] Frauenzimmer.de 10.11.2015, http://www.frauenzimmer.de/cms/bauch-nach-der-schwangerschaft-was-koennen-muetter-fuer-die-rueckbildung-tun-1576561.html

[2] Karin Muß, Pharmazeutigsche Zeitung 2012, Ausgabe 40, http://www.pharmazeutische-zeitung.de/?+id=43616

Was ist Rückbildung?

Das Foto zeigt eine schwangere Frau. In der Mitte ist die gleiche Frau nach der Entbindung zu sehen. Ganz rechts ist dann ihr Bauch zu sehen, der sich im Laufe der Zeit zurückgebildet hat.

Als Rückbildung (lat. Involution) versteht man die natürliche Rückbildung eines Organs. Im Bereich der Frauenheilkunde wird dieser Begriff mit der Rückbildung der mütterlichen Organe verstanden. Die Organe verändern sich durch die Schwangerschaft und die Geburt in Bezug auf Lage, Größe, Form und Beschaffenheit. Man kann hierbei zwei Bereiche der Rückbildung unterteilen: Die genitale Rückbildung und die extragenitale Rückbildung. [1]

 

 

Genitale Rückbildung:

  • Gebärmutter
  • Bänder im Bereich der Gebärmutter
  • Vagina

 

Extragenitale Rückbildung:

  • Blase
  • Beckenboden
  • Darm
  • Bauchmuskulatur
  • Beckenring
  • Körpergewicht
  • Hautbeschaffenheit

 

Unsere App zum Thema Rückbildung finden sie unter folgendem Link:

 

[1] Christine Mändle und Sonja Opitz-Kreuter. Das Hebammenbuch: Lehrbuch der praktischen Geburtshilfe. Schattauer Verlag, 2014. Leseprobe

 

Warum ist Rückbildungsgymnastik so wichtig?

Mutter hält Babyschuhe in ihrer Hand!

Während der Schwangerschaft kommt es zu einer starken Beanspruchung der Beckenbodenmuskulatur und der dortigen Bänder. Zuletzt strapaziert die natürliche Geburt diesen Bereich zum Ende noch einmal extrem.

Welche Auswirkungen kann dies auf den Körper der Frau haben?

In den Wochen nach der Geburt kann es zu Harninkontinenz kommen. Falls man von diesen Problemen verschont wird, drohen langfristige Folgeerscheinungen wie Inkontinenz und Gebärmutterabsenkungen. Rückbildungsgymnastik beugt diesen Problemen vor. Bei akuten Problemen stellt Rückbildungsgymnastik meist die erste Therapie dar. Häufig verschwinden die Probleme.

Erstmalig bemerken viele Frauen Probleme, wenn sie etwa Husten oder Springen. Hierbei kann es zu geringen Urinausscheidungen kommen, die nicht gesteuert werden können.

 

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In welchem Zeitraum sollte die Rückbildungsgymnastik erfolgen?

Man kann bereits wenige Tage nach der Entbindung unter Aufsicht einer Hebamme mit leichter Beckenbodengymnastik beginnen. Die AOK nennt hierbei auf ihrer Informationsseite einen Zeitraum von 2-3 Tagen nach der Geburt.

Selbst wenn bereits einige Zeit seit der Geburt ihres Kindes vergangen ist kann man jederzeit mit dem Training des Beckenbodens beginnen. Dies ist aufgrund der möglichen Folgeerscheinungen (siehe oben) wichtig diesen Muskelbereich des Körpers zu trainieren.

 

Rückbildungsgymnastik nach dem Kaiserschnitt?

Die Zahl der Kaiserschnitte ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Doch auch nach einem Kaiserschnitt ist es wichtig die Beckenbodenmuskulatur zu aktivieren. Nicht nur die Geburt stellt für den Körper der Mutter eine große Belastung dar. Auch der Beckenboden muss 9 Monate lang ein deutlich höheres Gewicht als im Normalzustand tragen. Nach einem Kaiserschnitt sollten sie mit ihrem behandelnden Arzt oder ihrer Hebamme sprechen, um zu erfahren wann sie mit ihrer Rückbildungsgymnastik beginnen können.

Unsere App zum Thema Rückbildung finden sie unter folgendem Link: